Ohrentropfen helfen bei Schmerzen und Entzündungen

Im Winter macht nasskaltes Wetter unserem Immunsystem zu schaffen. Als Folgen treten neben einer Erkältung oft auch stechende Ohrenschmerzen auf. Auch im Sommer gelangen beim Schwimmen oder Tauchen oft Bakterien ins Mittelohr und verursachen dort eine Entzündung. Vor allem Kinder sind hier besonders betroffen. Ebenso kann eine falsche Ohrhygiene oder Verletzungen im Gehörgang zu Schmerzen führen. Mit Ohrentropfen lassen sich die Entzündungen wirksam bekämpfen und die Schmerzen mildern. Ein paar Dinge sollten jedoch beachtet werden.

Bei welcher Erkrankung sollten Ohrentropfen verwendet werden?

Ohrentropfen und Ohrensprays sind Lösungen oder Emulsionen die einen oder mehrere Wirkstoffe enthalten. Die Flüssigkeiten bestehen aus Glycerole, fette Öle oder Wasser und sind speziell für Anwendungen im äußeren Ohr geeignet. Sie dürfen außerdem keinen schädlichen Druck auf das Trommelfell ausüben und sind je nach Präparat antibakteriell, schmerzstillend, entzündungshemmend. Ebenso sind die Tropfen pflegend und können Pfropfen aufweichen und entfernen. Ohrentropfen kommen bei Vereiterung des Trommelfells, Infektionen Gehörgangs-Entzündungen oder Ohrenschmerzen zur Anwendung. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und pflegend. An Wirkstoffen enthalten die Flüssigkeiten Antibiotika, lokale Anästhetika, Kortikoide, Antimyotika und Desinfektionsmittel. Rezeptpflichtige Präparate enthalten in den meisten Fällen Antibiotika und Kortison. Die Dosierung wird anhand des Beipackzettels oder bei verschreibungspflichtigen Mitteln in Absprache mit dem Arzt vorgenommen. Bei bestimmten Hauterkrankungen oder in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft sollten die Tropfen nicht eingesetzt werden.

Die Anwendung von Ohrentropfen

Ganz wichtig ist es, Ohrentropfen nur bei intaktem Trommelfell zu benutzen. Andernfalls können die Wirkstoffe in das Mittelohr gelangen und dort Schaden hervorrufen. Außerdem ist das Ohr sehr empfindlich und reagiert auf Kälte mit Schmerzen und Schwindelgefühle. Deshalb ist es eine gute Idee, Ohrentropfen vor der Anwendung in der Hand oder in der Hosentasche auf Körpertemperatur anzuwärmen.

In ihrer Zusammensetzung sind die Tropfen oft sehr zähflüssig, daher ist es empfehlenswert den Kopf etwas zur Seite zu neigen und den Kopf nach der Anwendung 5 bis 10 Minuten in dieser Position zu belassen. Bei Kindern sollten das Medikament am besten im Liegen angewendet werden.

Die Krümmung des menschlichen Gehörgangs erschwert das Eintropfen der Wirkstoffe. Leichte Verbesserungen erzielen Sie, wenn Sie die Ohrmuschel leicht nach oben und nach hinten ziehen. Wegen der etwas unterschiedlichen Anatomie empfiehlt es sich bei Kindern und Säuglingen die Ohrmuschel leicht nach unten und nach hinten zu ziehen.
Viele Patienten verschließen Wind und Wetter nach der Anwendung den Gehörgang mit Watte. Darauf sollte besser verzichtet werden, denn dadurch wird die Feuchtigkeit im Ohr gestaut und Sie schaffen dadurch einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze. Wenn Sie auf Watte nicht verzichten wollen, sollte diese das Ohr nur ganz leicht verdecken und dieses keinesfalls wie ein fester Pfropf verschließen.

Wie lange können Ohrentropfen angewendet werden?

Ohrentropfen sind nur begrenzt haltbar. Die Tropfflaschen sind zum mehrmaligen Gebrauch bestimmt spätestens nach vier Wochen sollte der Rest entsorgt werden. Manche Patienten bevorzugen Behälter mit Einzelanwendungen, die nach der Anwendung völlig entleert sind. Die Anzahl der Tropfen hängt meistens nicht vom Wirkstoff ab sondern von der Größe des Gehörgangs. Kommt der Kopf nach der Anwendung wieder in die Senkrechte, läuft ein Teil der Flüssigkeit aus dem Ohr heraus.

Unterschiede zwischen Ohrentropfen und Ohrensprays

Im Unterschied zu Ohrentropfen sind Ohrensprays weniger aggressiv und können jeden Tag unbedenklich angewendet werden. Bei Untersuchungen von Tauchern haben Forscher herausgefunden, dass Meerwasser in der Lage ist, Ohrenschmalz vollständig aufzulösen. Die Sprays enthalten in den meisten Fällen Meerwasser und Fettlöser, die keine negativen Wirkungen auf die Ohren haben. Langzeitschäden durch die Nutzung von Ohrensprays sind unbekannt. Sollte es mit dem Spray nicht gelingen Ohrenschmalz aufzulösen, ist der Besuch eines HNO-Arztes ratsam. Auf Ohrensprays verzichten sollten Sie bei gesundheitlichen Problemen mit den Ohren wie zum Beispiel Risse im Trommelfell oder Entzündungen.

Als Alternative gibt es Ohrensprays die auf Öl basieren und ebenfalls in der Lage sind Ohrenschmalz aufzulösen. Damit ist der Reinigungsprozess etwas aufwendiger, da dass Öl nur schwer wieder aus dem Gehörgang zu entfernen ist. Bei der Dosierung sind die beiliegenden Informationen des Herstellers zu beachten. Auch das Spray sollte vor der Anwendung auf Körpertemperatur erwärmt werden. Bei der Anwendung muss keine seitliche oder liegende Position eingenommen werden, das die Wirkstoffe direkt ins Ohr gesprüht werden. Nach etwa fünfzehn Minuten Einwirkung sollte ein Ohrenpfropf aufgelöst sein.

Fazit: Richtig angewendet können Ohrentropfen Schmerzen lindern und Entzündungen bekämpfen.

Deshalb werden die Präparate häufig in Kombination mit Kortison und Antibiotika eingesetzt. Ohrensprays eignen sich sehr gut zum Ohren reinigen und zum Ohrenschmalz entfernen. Allerdings sollten die Mittel nur bei einem intakten Trommelfell angewendet werden. Ohrentropfen sollten nach maximal vier Wochen aufgebraucht sein.